unsere Geschichte

Als relativ junge Karnevalsgesellschaft der ehemaligen Gemeinde Hoengen kann man die Karnevalsabteilung der Pfarre St. Marien Mariadorf bezeichnen. Wobei es sich nicht um eine Gesellschaft nach allgemeinem hiesigen Verständnis handelt: Tanzgruppen, Tanzmariechen, Jugendarbeit sind bis heute kein Bestandteil dieser gerade einmal 30 Mann starken Gruppierung. Den Anstoß zur Gründung gab der damalige Pfarrer Josef Langen. Sein Vorschlag, die kirchlichen Vereine sollten in der Karnevalszeit gemeinsam etwas Karnevalistisches für alle Pfarrangehörigen auf die Beine stellen, fiel bei Kirchenchor und KAB auf fruchtbaren Boden. Man gab sich den Namen “Karnevalsausschuss der kath. Pfarre St. Marien” und nach kurzer Vorbereitung konnte 1963 die erste Sitzung im Saal Drehsen gehalten werden. Der Versuch glückte, die Resonanz war positiv, die Aktiven sahen sich in Ihrer Entscheidung bestätigt.

Die ersten 11 Jahre wurden zum Selbstläufer, der Zuspruch war derartig groß, das man einige Male zwei Veranstaltungen durchführen musste.Erinnert sei an dieser Stelle nocheinmal an die “Rededuelle”, die sich Pfarrer Langen und unser Vereinswirt Franz Drehsen lieferten. Sie gehörten zweifellos zu den damaligen Highlight’s im Mariadorfer Sitzungskarneval.Rechtzeitig zum 11-jährigen Jubiläum hatte man sich 1974 uniformiert. Die Zeit der schwarzen Anzüge war vorbei, roter Rock mit schwarzem Kragen war angesagt. Und auch die neuen Karnevalskappen trugen mit dazu bei, dass die Pfarrkarnevalisten sich einheitlich darstellen konnten. Die erste Präsentation erfolgte in der eigens erstellten Festschrift zum 11-jährigen. 1975 wurde eine Satzung erarbeitet, die in ihren Grundzügen bis heute Bestand hat. Demnach ist die “Karnevalsabteilung der Pfarre St. Marien Mariadorf” – so nannte man sich fortan – eine Gliederung der Pfarre, deren Bindung an die Pfarre auch durch Mehrheitsbeschluss nicht zu lösen ist.

Orden gehören zum Karneval!!
Diese Weisheit war natürlich auch den Aktiven der Pfarre nicht unbekannt. Hatte man sich bisher damit begnügt, die fertigen Produkte der Ordenshersteller zu nehmen, reifte 1978 der Gedanke, eigene Entwürfe aufzulegen. Vornehmlich sollten es Motive aus Mariadorf sein. Nicht von ungefähr wurde für den ersten Motivorden die Schachtanlage Maria Hauptschacht und die Pfarrkirche St. Marien gewählt (siehe Bild). Dabei steht der Förderturm für den Bergbau als ehemaliger Hauptarbeitgeber unserer Region. Zudem waren die Kohlefunde im 19. Jahrhundert maßgebend für die Gründung des Ortes Mariagrube, dem heutigen Mariadorf. Die Pfarrkirche dokumentiert die Zugehörigkeit der Karnevalsabteilung zur Pfarre.

Gestärkt durch das gute kameradschaftliche Miteinander traute man sich jetzt auch größere Dinge zu. So kam es am 26. Oktober 1980 zu einem Konzert der Bläck Föös im restlos ausverkauften Saal Drehsen.Die Gruppe wusste ebenso anlässlich des 22-jährigen Beatehens im Jahr 1985 zu begeistern. Sie bescherte uns ein proppenvolles Festzelt, das eigens zu diesem Anlass auf dem Neuen Markt gelegt wurde. Das Jahr 1985 sollte aber auch eine Zäsur im Vereinsleben der Abteilung darstellen. Ein Teil der Gründungsmitglieder zog sich nsch 22 Jahren erfolgreichem Karneval aus dem aktiven Geschehen zurück. Schmerzlich musste man feststellen, das die Personaldecke – wie schon immer – äußerst dünn war und damit Nachwuchs fehlte. Ein personeller Umbruch stand bevor – und er gelang. Mit einer neuen Mannschaft konnte der Fortbestand der Abteilung sichergestellt werden. Dem allgemeinen Zuschauerschwund Ende der 80er Jahre sowie den hohen Sitzungskosten wurde Rechnung getragen. Es wurde nur noch eine Veranstaltung angeboten. Eine neue Galabühne wurde entworfen, je nach Sitzungsmotto wurde das Bühnenbild komplett geändert. Seit Jahren nahmen wir mit geliehenen Wagen am Rosenmontagszug teil. Das sollte sich ändern: ein eigener Wagen wurde konzipiert und gebaut; mit der Realisierung war nun auch eine äußerliche Identifikation gegeben. Zudem schloss man sich dem Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise VKAG an.

1996 konnten wir auf 33 Jahre Karneval zurückschauen. Stattlich war der Festausschuss, der dieses Ereignis begleitete; die umfangreiche Festschrift war in Kürze vergriffen. Den Auftakt bildete eine ausgedehnten Matinee, die als Soiree endete. Mit einer ausverkauften Galasitzung schloss das Jubiläumsjahr.

Ein zünftiges Grillfest läutet im Sommer jeden Jahres den Auftakt für die kommende Session ein. Erste Ideen werden vorgestellt, weitergesponnen – und verworfen. Die Frauen beratschlagen, welche Kostüme gehnäht werden können. Sie sind zwar keine Mitglieder, nehmen aber aktiv am Rosenmontagsszug teil. Den roten Rock gilt es erstmals im Januar anzulegen. Bei unserem jährlichen Ordensfest, ehemals im Hause Kommer, stellen wir den Sessionsorden vor, das Ganze eingebunden in ein Rahmenprogramm. Als letzte “Gesellschaft” greifen wir am Wochenende vor den drei tollen Tagen in’s närrische Geschehen ein. Unser Sitzungsprogramm stellen wir seit nahezu 44 Jahren fast ausschließlich mit fremden Kräften zusammen. Am Besucherzuspruch ist abzulesen, dass wir damit wohl richtig liegen. Mittlerweile gibt es wieder 2 Sitzungen – freitags und samstags – und jedes mal ein närrisches Publikum, das von Beginn an phantastisch mitgeht: Dann ist Karneval pur angesagt wie man ihn wohl nur im “Alten Kurhaus an d’r Drehsen Eck” erleben kann.